Corona-Pandemie: Sofortprogramm für die deutsche Wirtschaft

Start der Sonderprogramme KfW ab sofort
Anträge Bundeszuschuss wahrscheinlich in KW 14
Soforthilfe Rheinland-Pfalz noch in Detailplanung

Wir halten die Informationen auf dieser Seite so aktuell wie möglich und ergänzen täglich.

Stand: 27.03.2020

Die Volksbank Rhein-Nahe-Hunsrück eG wird ihre Firmen- und Gewerbekunden in dieser schwierigen Phase schützen und unterstützen.

Bei zahlreichen Unternehmen sind jetzt Lieferketten unterbrochen, dadurch werden Aufträge storniert und Umsätze brechen ein. Bei einigen Branchen sind durch die Schließung des Geschäftsbetriebes und die Absage von Messen und Veranstaltungen die Geschäftsgrundlagen einfach weggefallen. Dies kann die Unternehmen in eine schwierige Situation bringen.

Einige Unternehmen haben uns auf die Tilgungsaussetzung von Kreditverbindlichkeiten angesprochen. Wir haben bereits jetzt Möglichkeiten, diese – nach Prüfung des Einzelfalls – für einen befristeten Zeitraum zu vereinbaren.

Welche Unterlagen sind zwingend vor einem Beratungsgespräch in unserer Bank einzureichen?

  • Jahresabschlüsse bzw. Einnahmen-/Überschussrechnungen für die Jahre 2017/2018
  • Betriebswirtschaftliche Auswertungen (Erfolgsrechnung / Summen- und Saldenliste) aus dem Jahr 2019 (möglichst Dezember 2019)
  • Eine Aufstellung über den zu erwartenden Liquiditätsbedarf bzw. Liquiditätsplanung für zwei Jahre, möglichst ergänzt um eine Rentabilitätsplanung
  • Erläuterungen, aus welchen Gründen das Unternehmen von der Corona-Krise betroffen ist
Was ist grundsätzlich zu beachten?

Bitte beachten Sie, dass Geschäftsmodelle von Unternehmen bereits vor dem Ausbruch der Krise wirtschaftlich tragfähig gewesen sein müssen und dass Unternehmen über eine gute Bonität verfügen müssen. Bei drohender Insolvenz, insbesondere bei Illiquidität, ist eine Kreditfinanzierung schon aus formalen Gründen nicht mehr möglich

Zuschuss für Selbständige und Kleinunternehmen

Die Bundesregierung hat am 23. März 2020 einen Zuschuss, der Selbstständige und Kleinstunternehmen unbürokratisch helfen soll, auf den Weg gebracht. Neben den Liquiditätshilfen, die als Kredite den betroffenen Unternehmen zur Verfügung gestellt werden sollen, steht nun endlich auch ein bundesweiter Zuschuss für Freiberufler, Selbstständige und Kleinunternehmer vor der Umsetzung.

Rheinland-Pfalz legt am 24.03.2020 für die weitere Unterstützung von Solo-Selbstständigen und Kleinunternehmen den „Zukunftsfonds Starke Wirtschaft Rheinland-Pfalz“ auf. Der Fonds ergänzt das Bundesprogramm und erweitert die Soforthilfen auf Unternehmen mit bis zu 30 Beschäftigten.

Ab wann gibt es den Zuschuss?

Nach aktuellen Pressemeldungen ist der Zuschuss Teil eines Gesetzesentwurfs des Finanz- und Wirtschaftsministeriums des Bundes, der neben dem Zuschuss für Selbstständige und Kleinstunternehmen noch zahlreiche weitere Corona-Hilfen vorsieht. Mindestens die Eckpunkte dazu wurden am Montag, den 23. März 2020, im Bundeskabinett beschlossen und sollen im Wochenverlauf von Bundestag und Bundesrat beschlossen werden. Danach wird es wohl noch ein paar Tage dauern, bis der Zuschuss abrufbar ist. Erste Auszahlungen der Corona-Hilfe werden damit aber kaum vor Monatsende möglich sein.

Wer kann den Zuschuss beantragen?

Der Zuschuss ist speziell für Freiberufler, Solo-Selbstständige und Kleinunternehmen mit bis max. 30 Mitarbeiter geplant.

Wie hoch ist der Zuschuss?

  • Selbstständige und Unternehmen mit bis zu 5 Beschäftigten (Vollzeitäquivalente):
    9.000 Euro Zuschuss aus dem Bundesprogramm
    10.000 Euro Sofortdarlehen des Landes bei Bedarf.
    Insgesamt beträgt die Soforthilfe 19.000 Euro.
  • Unternehmen mit 6 bis 10 Beschäftigten (Vollzeitäquivalente):
    15.000 Euro Zuschuss aus dem Bundesprogramm
    10.000 Euro Sofortdarlehen des Landes bei Bedarf.
    Insgesamt beträgt die Soforthilfe 25.000 Euro.
  • Unternehmen von 11 bis 30 Beschäftigten:
    Bis zu 30.000 Euro Sofortdarlehen des Landes zuzüglich einem Zuschuss über 30 Prozent der Darlehenssumme.
    Insgesamt beträgt die Soforthilfe 39.000 Euro.

Mit den Corona-Soforthilfen für Kleinunternehmen und Solo-Selbständige können akute Liquiditätsengpässe überwunden werden. Die Hilfe betrifft vor allem laufende Betriebskosten wie zum Beispiel Mieten, Kredite für Betriebsräume und Leasingraten (zur Reduzierung der Personalkosten gibt es das Kurzarbeitergeld).

Antragsstellung:
Die Programmittel werden durch die landeseigene Förderbank ISB verwaltet. Das Land Rheinland-Pfalz klärt im Moment mit dem Bund die weiteren Details zu seinem Sofort-Hilfeprogramm, sodass die Antragsstellung so schnell wie möglich erfolgen kann.

Für in RLP ansässige Unternehmen erfolgt die Beantragung der Bundes-Zuschüsse  über die Investitions- und Strukturbank (ISB). Die Antragsdetails befinden sich noch in der Finalisierung; die Beantragung soll ab KW 14 möglich sein.

Die Beantragung der Landes-Sofortdarlehen (Zukunftsfonds Starke Wirtschaft Rheinland-Pfalz) ist abschließend noch nicht geregelt. Dies soll zu einem späteren Zeitpunkt verlautbart werden.

Finanzierungshilfen der KfW

Teil des Maßnahmenpaketes der Bundesregierung ist ein Sonderprogramm der KfW, um mit Sofortkrediten den Unternehmen dringend benötigte Liquidität kurzfristig zur Verfügung zu stellen. Die KfW nutzt dazu die bestehenden Kredite für Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler und verbessert dort die Zugangsbedingungen und Konditionen.

Die KfW hat für kleine und mittlere sowie für große Unternehmen je ein Sonderprogramm aufgelegt und die Kreditbedingungen nochmals verbessert. Anträge auf Mittel aus dem KfW-Sonderprogramm können ab sofort bei der Volksbank Rhein-Nahe-Hunsrück eG gestellt werden.

Die KfW differenziert in ihren Förderprogrammen nach Unternehmensalter.

  • KfW-Unternehmerkredit

Für Unternehmen, die seit mehr als 5 Jahren am Markt bestehen, gibt es den KfW-Unternehmerkredit. Die KfW-Corona-Hilfe für Investitionen und Betriebs­mittel übernimmt bis zu 90% Risikoübernahme.

  • ERP-Gründerkredit-Universell

Wenn Ihr Unternehmen mindestens 3 Jahre am Markt aktiv ist, können Sie einen Kredit für Investitionen und Betriebsmittel beantragen. Dabei übernimmt die KfW einen Teil des Risikos Ihrer Bank:

  • Für große Unternehmen bis zu 80 % Risikoübernahme
  • Für kleine und mittlere Unternehmen bis zu 90 % Risikoübernahme

Wenn Ihr Unternehmen weniger als 3 Jahre am Markt aktiv ist, können Sie ebenfalls einen Kredit für Investitionen und Betriebsmittel beantragen. Nach heutigem Kenntnisstand ist eine Risikoübernahmen durch die KfW nicht geplant.

Hinweis: Ergänzende Maßnahmen der Bundesregierung sind derzeit in Arbeit. Wir informieren Sie schnellstmöglich. Die Risikoübernahme erhöht Ihre Chance, eine Kreditzusage zu erhalten. Die unterschiedlichen Kreditrahmen finden Sie auf der KfW-Website.

Finanzierungshilfen der ISB Rheinland-Pfalz

Betriebsmittelbedarfe können wir mit folgenden Programmen abdecken, die über die Volksbank Rhein-Nahe-Hunsrück eG beantragt werden:

Bürgschaftsbank Rheinland-Pfalz

Die Bürgschaftsbank informiert über Maßnahmen und Fördermöglichkeiten und stellt ein Finanzierungsportal bereit.

  • Anhebung der Bürgschaftsobergrenze von 1,25 Mio. Euro
    auf 2,5 Mio. Euro
  • Schaffung einer Eigenkompetenz für Bürgschaften
    bis 250.000,- Euro
Kurzarbeitergeld

Wenn Ihr Unternehmen aufgrund von Krankheitsfällen durch das Coronavirus Kurzarbeit anordnet, können betroffene Beschäftigte Kurzarbeitergeld erhalten. Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite der Bundesagentur für Arbeit.

Was Sie sonst noch in die Wege leiten können

Wir empfehlen Ihnen, alle Optionen zur Sicherung der Liquiditätslage für Ihr Unternehmen zu prüfen bzw. in die Wege zu leiten. Dazu zählen:

  • Verhandlung mit Leasinggesellschaften
  • Gespräche mit dem Vermieter wegen möglicher Mietreduzierung
  • Verhandlungen mit Lieferanten über Anpassung von Zahlungszielen bzw. Aussetzung von Warenlieferungen
  • Antrag auf Kurzarbeitergeld
  • Steuerliche Entlastungen

 

Hilfe bietet dabei möglicherweise Ihr steuerlicher Berater.

Wir beraten Sie gerne

zu den für Sie möglichen Programmen. Rufen Sie uns an unter 0671 378-4488 und hinterlassen Sie uns eine Rückruf-Nachricht.

Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass wir im Moment eine Vielzahl von Anfragen zu bearbeiten haben. Ein Rückruf kann daher in der Regel nicht umgehend erfolgen. Sie werden aber nicht vergessen – versprochen!